Aktuelles
Newsletter - Ausgabe 6 - Dezember 2010
Parkinson heute
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns, auch dieses Jahr mit einer aktuellen Ausgabe von “Parkinson heute” beschließen zu können. Schwerpunkt dieses sechsten Newsletters sind Schlafstörungen und exzessive Tagesmüdigkeit. Sie betreffen im fortgeschrittenen Krankheits-
stadium nahezu jeden Parkinson-Patienten und beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die körperliche Symptomatik. Weil Schlafstörungen außerdem als frühes klinisches Korrelat des neurodegenerativen Prozesses diskutiert werden, gewinnen REM-Schlaf-Verhaltensstörungen auch in der Früherkennung von Parkinson-Syndromen zunehmend an Bedeutung.
Für die Diagnostik von Schlafstörungen stehen relevante Fragebögen, wie die Epworth Sleepiness Skala (ESS), für Sie zum Download bereit. Eine Erläuterung der Fachbegriffe finden interessierte Laien, wie gewohnt, in einem anschließenden Glossar.
Der zweite Beitrag betrifft insbesondere die REM-Schlaf-Verhaltensstörung, welche prädiktorischen Wert für eine spätere Parkinson-Erkrankung haben könnte. Im Anschluss daran berichtet Dr. Martin H. Strothjohann, Oberarzt der Parkinson-Klinik Wolfach, vom diesjährigen Movement-Disorders-Kongress in Buenos Aires.
Unter dem Titel “Im Dienste des Patienten” stellen wir das neue Behandlungs-programm BIG vor, das der leitende Physiotherapeut der Klinik, Elmar Trutt aus den USA mitgebracht hat. Außerdem berichtet Ulrike Braatz als Teilnehmerin und Gastautorin von der 16. Fachtagung “Psychologie und Morbus Parkinson”, die am 5. und 6. November in unserem Hause stattgefunden hat.
Wir wünschen Ihnen eine angenehme Lektüre, eine besinnliche Weihnachtszeit und ein gesundes Jahr 2011.
Mit besten Grüßen
Ihr Dr. Gerd A. Fuchs
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Wach in der Nacht, müde am Tag
Schlafstörungen, Tagesmüdigkeit, plötzliches Einschlafen: Mehr als 90 Prozent der Parkinson-Patienten haben Probleme mit dem Schlaf
Schlafstörungen zählen zu den nicht-motorischen Symptomen des Morbus Parkinson, die den motorischen Beschwerden lange vorausgehen können. In der Frühdiagnostik gewinnen sie daher zunehmend an Bedeutung. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium ist nahezu jeder Patient von Schlaf-störungen und Tagesmüdigkeit betroffen. Neben dem neurodegenerativen Prozess selbst, werden die Pharmakotherapie, motorische Störungen im Schlaf, schlafbezogene Atmungsstörungen und psychiatrische Begleiterkrankungen wie Depression als Ursache diskutiert.
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Bewegte Träume und ruhelose Beine
Nächtliche Beinbewegungen, ausagierte Träume und Vokalisationen können die Schlafqualität von Parkinson-Patienten erheblich beeinträchtigen
Die REM-Schlaf-Verhaltensstörung (RBD) mit wird inzwischen mit als Prädiktor einer späteren Parkinson-Erkrankung angesehen. Untersuchungen zeigen, dass etwa 60 Prozent der Betroffenen nach durchschnittlich 20 Jahren ein idiopathisches Parkinson-Syndrom entwickeln. Ein weiteres motorisches Problem, das den Schlaf von Parkinson-Patienten erheblich beeinträchtigen kann, stellt das Restless-Legs-Syndrom (RLS) dar.
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Movement-Disorders-Kongress 2010
Dyskinesien und Neuroprotektion waren zentrale Themen auf dem diesjährigen Movement-Disorders-Kongress in Buenos Aires
4.000 Wissenschaftler und klinisch tätige Neurologen aus 70 Ländern sind dieses Jahr in Buenos Aires zusammengekommen, um sich über die neuesten Erkenntnisse aus Forschung, Diagnostik und Therapie von Parkinsonsyndromen und anderen Bewegungsstörungen auszutauschen. Dr. Martin H. Strothjohann, Oberarzt der Parkinson-Klinik Wolfach, war vor Ort.
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Im Dienste des Patienten
Elmar Trutt bringt das Therapieprogramm BIG nach Wolfach. Rund 40 Teilnehmer kommen zur Fachtagung “Psychologie und Morbus Parkinson”
Die fachliche Weiterbildung zum BIG-Therapeuten ist derzeit nur in den USA möglich. Der leitende Physiotherapeut der Parkinson-Klinik Wolfach, Elmar Trutt, hat sie dort absolviert und Elemente in das physiotherapeutische Programm der Klinik integriert. Ulrike Braatz berichtet von der 16. Fachtagung “Psychologie und Morbus Parkinson”, die am 5. und 6. November in Wolfach stattfand.
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Wenn Verhalten nicht mehr steuerbar ist
Pathologisches Spielen und Kaufen sind wie das Binge Eating und die Hypersexualität mögliche Nebenwirkungen der dopaminergen Therapie
Mit 6,6 bis 9 Prozent sind Parkinson-Patienten wesentlich häufiger von Impulskontrollstörungen betroffen als die Allgemeinbevölkerung, vor allem wenn sie mit Dopaminagonisten behandelt werden. Besonders gefährdet sind Patienten mit einem jüngeren Erkrankungsalter, dem pathologischen Bedürfnis nach Neuem („Novelty Seeking“) und depressiven Verstimmungen.
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Studie belegt krankheitsmodifizierenden Effekt
Eine Frühtherapie mit dem MAO-B-Hemmer Rasagilin kann den Krankheitsverlauf des Morbus Parkinson verlangsamen
Die aktuell veröffentlichte ADAGIO-Studie belegt erstmalig eine signifikante Verlangsamung der Krankheitsprogression. De-novo-Patienten, die von Beginn an mit einer Tagesdosis von 1 mg Rasagilin behandelt wurden, zeigten sich auch nach 72 Wochen weniger stark motorisch beeinträchtigt als Patienten, die in den ersten 36 Wochen Plazebo erhielten.
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Keine Zulassung für frühe Kombinationstherapie
Der Früheinsatz von Levodopa/Carbidopa/Entacapon kann Dyskinesien nicht hinauszögern. Verbessern lässt sich aber die Symptomkontrolle
Den Ergebnissen der STRIDE-PD-Studie zufolge treten Dyskinesien unter dem frühen Einsatz von Levodopa/Carbidopa mit Entacapon nicht wie erhofft seltener und später auf, sondern früher und häufiger. Ein positives Ergebnis erzielte dagegen die FIRST-STEP-Studie. Sie belegt, dass die initiale Kombinationstherapie gegenüber herkömmlichem Levodopa eine bessere motorische Kontrolle bieten kann.
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Gebündelte Expertise
Nach intensiver Vorbereitung hat die Parkinson-Klinik Wolfach die multimodale Komplexbehandlung eingeführt. Neue Mitarbeiterinnen verstärken das Team
Die multimodale Komplexbehandlung ermöglicht die Integration verschiedener therapeutischer Ansätze und untermauert damit den Anspruch der Klinik, ihre Patienten ganzheitlich zu versorgen. Während der Behandlung werden die Patienten von einem speziell geschulten Team aus Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden beziehungsweise Sprachtherapeuten betreut.
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2010
Dezember
2009
2008
Oktober
Psychosen: Risikofaktor für die Entwicklung einer Demenz und häufiger Grund für die Pflegeheimeinweisung
Neue Behandlungsoptionen: Zulassungen für Ropinirol retard und Piribedil erweitern Spektrum der therapeutischen Möglichkeiten
Im Dienste des Patienten: Welt-Parkinson-Tag 2008 mit mehr als 100 Gästen in der Parkinson-Klinik Wolfach
Parkinson heute – Ausgabe 4 im Pdf-Format
2007
Dezember
Reisen ohne Nebenwirkungen: Die reisemedizinische Beratung von Parkinson-Patienten hilft unnötige Risiken zu vermeiden
Zulassungen erweitert: Rotigotin erhält Zulassung für Kombinationstherapie mit L-Dopa. Rivastigmin stellt zweites transdermales Pflaster
Im Dienste des Patienten: Von der Qualität der medizinischen Versorgung bis zum ehrenamtlichen Engagement
Parkinson heute – Ausgabe 3 im Pdf-Format
Januar
Wenn die Nase versagt: Störungen des Riechvermögens als Frühsymptom des idiopathischen Parkinson-Syndroms
Transkranielle Sonographie: Moderne Ultraschall-Geräte ermöglichen Abgrenzung von Parkinson-Syndromen bereits in frühen Krankheitsstadien
Im Dienste des Patienten: Die Psychologin Daniela Djundja tritt die Nachfolge von David Emmans an
Parkinson heute – Ausgabe 2 im Pdf-Format
2006
April
Vom Pflaster bis zur Sonde: Neue Applikationsformen und Wirkstoffe erweitern die therapeutischen Möglichkeiten
Demenz und Depressionen: Verbesserte diagnostische und therapeutische Ansätze bei neuropsychiatrischen Begleiterkrankungen
Im Dienste des Patienten: Netzwerk für Forschung und eine optimale Versorgung von Parkinson-Patienten
Newsletter:
Termine:
2. Wolfacher Symposium
Physio- und Bewegungstherapie beim Parkinson-Syndrom
Mit dem vorliegenden Kursangebot bieten wir nun schon zum zweiten Mal eine Veranstaltung für Physiotherapeuten an.
Wir möchten Ihnen einen umfassenden Einblick in Erfahrung und Erkenntnisse der Behandlung an Morbus Parkinson erkrankter Patienten ermöglichen.
Neuigkeiten:
Welt-Parkinson-Tag 2011
Parkinson in der Partnerschaft
Partnerschaften, in denen ein Partner am Morbus Parkinson erkrankt, sind trotz dieser chronischen Erkrankung in fast allen Fällen stabil. Das ist eine der zentralen Aussagen, die Dr. Gerd Fuchs, Chefarzt der Parkinson-Klinik Wolfach, anlässlich des diesjährigen Welt-Parkinson-Tags äußerte.
Buch-Neuerscheinung
Für Pflegekräfte und Angehörige
Pflege von Menschen mit Parkinson –
Praxisbuch für die häusliche und stationäre Pflege, Verlag Kohlhammer, Juni 2010. Weitere Informationen erhalten Sie hier…
Welt-Parkinson-Tag 2010
dPV-Gruppen zu Gast in Wolfach
Rund 90 Parkinson-Erkrankte und An-
gehörige informierten sich am 10. April über aktuelle medikamentöse Strate-
gien, psychologische Aspekte der Krankheitsverarbeitung und physio-
therapeutische Maßnahmen zur Sturzprophylaxe. Weitere Informationen erhalten Sie hier…
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